Bioidentische Hormontherapie

Hormontherapie mit natürlichen, bioidentischen Hormonen 

Die Geschlechtshormone sind Steroidhormone und fettlöslich. Sie werden aus Cholesterin als Grundgerüst gebildet. Diese Hormone haben kein Geschlecht - jeder Mensch braucht jedes Hormon - nur die Menge ist verschieden. 

 

Das Wirrwarr ist dann vollkommen, wenn künstliche Hormone und natürliche Hormone in einen Topf geworfen werden und man von den Nebenwirkungen spricht, die aber allesamt auf das Konto der "künstlichen Hormone" gehen. Daher sollte man diese „Hormone“ „Medikamente mit Hormonwirkung“ nennen.  

 

So sind z. B. Gestagene kein Progesteron (Hormonspirale; Minipille). Es handelt sich hierbei lediglich um etwas Ähnliches, was nicht alle Körperzellen erkennen, aber in den Eierstöcke bewirkt, dass diese nun kein natürliches Progesteron mehr produzieren, also eine Schwangerschaft verhindert wird. Der Preis des Progesteronmangels an allen anderen Zellen des Körpers ist hoch!! (siehe unten) 

 

Anmerkung: Nahezu alle Studien basieren nicht auf Versuchen mit natürlichen Hormonen, sondern mit Hormonersatz.  2003 wurde eine große Studie mit über 15000 gesunden postmenopausalen Frauen abgebrochen - aufgrund gravierender Nebenwirkungen. 

 

Östrogene (Frau) 

  • Östron (E1) 10 - 20%  (50 % Fettgewebe; 45 % Eierstöcke; 5 % Nebenniere) "Speicheröstrogen"
  • Östradiol (E2) 10 - 20% (Eierstöcke) "stärkstes Hormon", kann Zellen wachsen lassen!!
  • Östriol (E3) 60-80% (Leber aus Östron) "das Schleimhautöstrogen", nur 1/10tel der E2-Wirkung 

 

E2 ist das stärkste Hormon, bei Überschuss bzw.Progesteronmangel  (Gegenspieler) ist es für die Verlangsamung des Stoffwechsels verantwortlich und reagiert mit Einlagerung von Wasser, Fett, verschlechtertem Zuckerstoffwechsel, Hemmung der Schilddrüse etc.
Es ist aber auch das Hormon, das umgewandelt in ein "künstliches Hormon", als "Pille" oder "Hormonersatz" gegeben wird, mit all den bekannten  Nebenwirkungen. Alle  "Xenohormone" aus der Umwelt (Plastikflaschen, Wasser etc.) wirken zusätzlich noch an den E2-Rezeptoren!!! 

 

E3, das Schleimhautöstrogen, kann im Gegensatz zu E2 keine Zellen wachsen lassen und ist daher nicht krebserregend. Es fördert die Regeneration der Schleimhaut  z. B.
bei Scheidentrockenheit, Harninkontinenz oder trockenem Auge. Auch bei Gelenkschmerzen (Gelenkschmiere), Obstipation und Magenschleimhautatrophie sowie nach einer Bestrahlung ist der Einsatz von E3 sinnvoll.  

 

Progesteron (Gelbkörperhormon) 

Es ist unverzichtbar für das Gleichgewicht der Hormone und in der Schulmedizin völlig unterbewertet. Es kann sowohl Testosteron, als auch zu E2 (Östradiol) synthetisiert werden. Es ist daher geschlechtsneutral. Umgekehrt funktioniert das nicht, d.h. Östradiol kann nicht zu Progesteron rückgebaut werden. 

 

Progesteron normalisiert die Gerinnung, schwemmt Wasser aus dem Gewebe, verbessert die Schilddrüsenfunktion und wirkt im Gehirn als „Wohlfühlhormon“, da 20 % seiner Rezeptoren im Gehirn sitzen. Es stärkt das Bindegewebe, normalisiert den Sauerstoffgehalt der Zellen und schützt vor Krebs. 

 

DHEA 

Es ist mengenmäßig das größte Steroidhormon im Körper von Männern und Frauen und kann in der Nebenniere auch zu Testosteron und Östrogen umgewandelt werden (was bei Östrogendominanz schlecht ist). Es ist der Gegenspieler des Stresshormons Cortisol. DHEA ist stoffwechselaktivierend, stimmungsaufhellend, stark antioxidativ (Radikalfänger) und daher symptomlindernd bei Autoimmunerkrankungen, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc. Männer besitzen ca. 25 -75 mg/die, Frauen nur ca. 5 - max. 25 mg/die.  

 

Östrogendominanz (= Überschuss an Östradiol E2) 

Eine Östrogendominanz entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östradiol. Es kann durch Zugabe von künstlichem Östradiol (Pille, Hormonersatz) oder klimakterisch (Progesteronmangel) oder am häufigsten durch Stress (Cortisol!) herbeigeführt werden. Das Verhältnis zwischen E2 und Progesteron sollte mind. 1:50, besser 1:200 betragen. 

 

Die Symptome bei einem Ungleichgewicht: 

 

Frauen

  • Ödeme
  • Mastopathie, Blutungsstörungen, Myome vermehrtes Fettgewebe an Bauch/Po/Oberschenkel, Gewichtszunahme
  • Schnelle Erschöpfung, Antriebsschwäche, Depression
  • Allergien, Haarausfall, Migräne, Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Blutdruckschwankungen  

 

Männer

  • Blutdruckschwankungen 
  • Prostatawachstum 
  • vermehrtes Bauchfett und Brustdrüsenwachstum 
  • schnelle Erschöpfung, Antriebsschwäche, Depressionen etc.   

Was kann man tun? 

Nach genauer Anamnese sollte ein Speicheltest durchgeführt werden. Im Speichel liegen die Hormone in ihrer aktiven, ungebundenen Form vor, somit sind keine umständlichen und ungenauen Umrechnungsformeln aus dem Blutserum notwendig. 

 

Drei Röhrchen werden morgens nach dem Aufstehen (in ca. 30 minütigen Abständen) mit Speichel gefüllt. 

 

Vorher dürfen weder die Zähne geputzt, noch etwas gegessen oder getrunken werden.  

 

Die 5 Hormone (Östrogen/Testosteron/DHEA/Progesteron und Coritsol) werden bestimmt und ihr Verhältnis zueinander gemessen.  

 

Bei Östrogendominanz kommt eine Progesteroncreme zum Einsatz, bei Stress und DHEA-Mangel noch zusätzlich DHEA-Kapseln, die je nach Geschlecht und Mangel dosiert werden. 

 

Sinnvoll ist zusätzlich die Messung des Vitamin D- und des Cholesterin-Spiegels, da dies ein wichtiges Prohormon für die Steroidhormone ist und in Mitteleuropa sehr häufig ein Mangel daran vorliegt. 

 

Die Kosten für den Speicheltest und die Medikamente werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.  

 

Lehrreiche Lektüre:  

 

Dr. med. Scheuernstuhl "Natürliche Hormontherapie" 
Dieses Buch erklärt die hormonellen Zusammenhänge sehr verständlich und beschreibt ausführlich die Diagnostik und Therapie. Dr. John Lee "Progesteron - ein bemerkenswertes Hormon"

 

Dr. John Lee ist der Begründer der Natürlichen Hormontherapie mit Progesteroncreme.